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Das “Theater in medias res” wurde erst im Jahre 2002 gegründet und ist unter den Tourneetheatern und Veranstaltern noch ein junges Unternehmen.
Dennoch können die beiden Schauspieler Anja Pirling und Thomas Waldkircher, die das Theater gegründet haben und auch leiten, auf fast 5.000 gemeinsame Auftritte zurücksehen.
Von den ersten Begegnungen noch im Schultheater führte ein weiter Weg über das Studium der Germanistik und Theaterwissenschaft, das die beiden erst einmal in verschiedene Städte führte: Anja Pirling studierte in Frankfurt, Thomas Waldkircher in München und Gießen.
Anja Pirling bildete sich anschließend in freien Theaterproduktionen aus, wo Sie u.a. als Shen Te in “Der gute Mensch von Sezuan”, als Eliza Doolittle in “Pygmalion” oder als Maria in “Was ihr wollt” auf der Bühne stand. Gleichzeitig nahm Sie Unterricht in Ballett und Gesang.
In dieser Zeit machte Thomas Waldkircher eine Laufbahn als Regieassistent bei bekannten Regisseuren wie Gustav-Rudolf Sellner, Hans-Dieter Schwarze, Mani Wintsch, Anna Badora und zuletzt Hansgünter Heyme an den Stadttheatern in Darmstadt, Gießen, Saarbrücken, Würzburg, Konstanz und Essen durch. Am Ende stand die erste eigene Inszenierungen von “Kassandra” von Christa Wolf in Essen, die zu einem großen Publikumserfolg wurde und mehrere Jahre gespielt wurde.
Der Weg der beiden Künstler führte wieder zusammen, als man 1987 die Gründung des ersten gemeinsamen Theaters überlegte. Es folgten dreißig Inszenierungen von Stücken von Euripides, Heinrich Heine, Christa Wolf, Johann Wolfgang von Goethe, Clemens Brentano und vielen anderen, daneben immer wieder die direkte Zusammenarbeit mit Autoren wie etwa Gudrun Pausewang.
In den Jahren 1990 bis 1992 leiten die beiden als Intendanten das Augsburger Kinder- und Jugendtheater, inszenieren u.a. eine der ersten Bühnenfassungen von “Eine Woche voller Samstage” von Paul Maar, die insgesamt über 300 mal gespielt werden wird.
1992 beziehen die beiden eigene Theaterräume in Hainburg/Hessen, wo nach dem Ausbau mit Hilfe des Landes Hessen 1996 mit großer Bühne und 200 Plätzen über 200 Vorstellungen im Jahr gezeigt werden.
Leider können die beiden die neuen Räume nicht lange geniessen. Auf einer Tournee nach München und Österreich fährt Ihnen in der Silvesternacht ein volltrunkener Autofahrer bei Fürstenfeldbruck frontal in Ihren Tourneebus. Sie finden sich im Krankenhaus wieder, beide haben schwere Verletzungen, Arm- und Rippenbrüche erlitten, Anja Pirling ist am Hals verletzt und bekommt Redeverbot für fast zwei Monate.
Doch die beiden Darsteller sind auch hiervon nicht zu bremsen: Noch im Krankenhaus lesen Sie das Stück “An der Angel” von Gudrun Pausewang nach der Geschichte vom “Fischer und seiner Frau” und wissen, dass Sie damit so bald wie möglich wieder auf der Bühne stehen wollen. Was zu diesem Zeitpunkt noch nicht so klar ist: Die zu diser Zeit entstehenden Schulden durch Vorstellungsausfall und weiter laufende Gehälter wird die nächsten sechs Jahre belasten und letztlich zur Schließung des Theaters 2002 führen.
Der leichtfertige Umgang der Allianz-Versicherung mit den Versicherungsansprüchen (die Regulierung wird zwei Jahre verzögert, Schmerzensgeld ist zum Teil bis heute noch nicht bezahlt worden), aber auch die Vermieter der Theaterräume machen die Situation immer schwieriger. Erhebliche Auflagen der Bauaufsicht kommen 2002 hinzu, die das Theater aus eigener Kraft nicht tragen kann und die Vermieter nicht tragen wollen. Ende Februar findet mit dem “Karl-Valentin-Abend” die letzte Vorstellung in Hainburg statt.
Wieder müssen Karten im Wert von fast 15.000 Euro zurückgezahlt werden, wieder laufen Gehälter auf, wieder fallen Vorstellungen aus. Dennoch nehmen Anja Pirling noch einmal einen neuen Anlauf: Im August 2002 gründen Sie das “Theater in medias res”.
Nach fünf Jahren auf Tournee gelingt es den beiden im Jahr 2008 einen großen Wunsch zu erfüllen. Auf der Insel Rügen im Ostseebad Göhren gründen Sie die “Komödie Rügen” ( www.komödie-rügen.de )
Ende gut, alles gut !
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